Gutes von Land und Meer

Fangmethoden, nachhaltige

Die Beifangrate aller Fischereimethoden liegt weltweit bei durchschnittlich 8 %. Bedenkt man, dass z.B. bei der Fischerei mit Grundschleppnetzen eine katastrophale Beifangrate von 80 – 90 % zu beklagen ist, muss es auch Methoden geben, bei denen dieser Wert deutlich unter dem Mittel liegt. Zu den nachhaltigen Fischfangarten zählen:

Ringwadennetze: Anders als bei Treib- und Schleppnetzen wird bei Ringwadennetzen nicht nach dem Zufallsprinzip gefischt, sondern selektiv. Ein georteter Fischschwarm (Heringe, Sardinen, Makrelen etc.) wird ringförmig mit dem Netz umschlossen, dieses dann mit einer Zugleine von unten aus zugezogen und mit einem Kran an Bord gehoben. Je nach Zielfischart haben die Netze unterschiedliche Größen und Maschenweiten. Jungfische müssen hindurchschlüpfen können. Die Beifangrate liegt nach Angaben der FAO bei etwa 5 %, einem Wert bereits deutlich unter dem von Friend of the Sea© noch akzeptierten Durchschnitt.

Pelagische Schleppnetze: Pelagisch bedeutet „im freien Wasser bzw. frei in der Wassersäule lebend“. Mit diesen Netzen wird also weder direkt an der Oberfläche noch auf dem Meeresgrund gefischt. Seevögel und viele andere Tiere bleiben verschont, der Meeresboden unbeeinflusst. Die Netze haben die Form einer Spitztüte und werden von einem oder mehreren Booten durch das freie Wasser geschleppt. Die zuvor per Echolot georteten Fische sammeln sich am hinteren, zuziehbaren Ende des Netzes. Zielarten sind Schwarmfische wie Makrelen, Heringe und Sardinen. Da gezielt auf eine Art gefischt wird, ist die Beifangrate unerwünschter Arten zumeist sehr niedrig (kleiner als 5 %).

Handangeln, Handleinen oder Angelruten (engl. hand lines): Von einem kleinen fahrenden Boot aus werden Angelschnüre mit beköderten Haken ins Wasser gelassen. Um das Angeln mit Handleinen etwas zu beschleunigen, dürfen automatische Vorrichtungen beim Einholen der Leinen helfen. Diese Fischfangmethode ist sehr selektiv, da die Köder je nach Zielart ausgewählt werden. Nicht gewünschte Arten kommen fast nicht vor, wenn doch, können sie meist lebend wieder ins Wasser zurückgeworfen werden.

Rute und Leine (engl. pole and line): Hier werden die Fischköder von einem Futterboot aus ins Wasser gebracht. Auf die Meeresoberfläche gesprühtes Wasser simuliert das Flüchten der Beute, lockt die Fischschwärme an und versetzt sie in einen Fressrausch. Sie beißen an und können an Bord gezogen werden. Diese traditionelle Technik wird vor allem beim Fang des Echten Bonitos angewendet. Sie erlaubt, Jungfische oder evtl. Haie einfach im Wasser zu belassen und ist damit eine der selektivsten und umweltverträglichsten Methoden für den Thunfischfang. Zwar wird sie in einigen Regionen immer stärker von anderen Fischereitechniken verdrängt, auf Nachhaltigkeit bedachte Fischhändler bevorzugen sie jedoch nach wie vor.

Schleppangeln oder Kurzleinen (engl. troll line): Ganz anders als die zerstörerische Langleinenfischerei ist dieses auch Trolling genannte Fischen nachhaltig. Der Unterschied zum Handangeln ist marginal: Mehrere beköderte Angelhaken werden an seitlichen Auslegerbäumen von einem Boot durchs Wasser geschleppt. Schleppangeln wird von verschiedenen Bootstypen aus praktiziert – vom kleinen Kanu bis zum großen Motorschiff. Zielarten sind vor allem größere Schwarmfische wie Thunfisch und Schwertfisch.

Die Fischerei mit Angeln und Schleppangeln gehört zu den schonendsten Fischfang­methoden. Dies belegt die extrem geringe Beifangrate von durchschnittlich 0,7 %. Warum sie nicht weiter verbreitet ist, liegt auf der Hand: Der personelle Einsatz ist hoch, die Ausbeute weit geringer. Diese Kostenintensität wird durch die benötigten Köderfische noch gesteigert. Fakt ist: Nur ca. 10 % der weltweiten Fischfänge und Meeresfrüchte stammen aus MSC-zertifizierten Fischereien (2015). Umso wichtiger ist es, nur nachhaltige Fischprodukte, wie sie bei Fontaine selbstverständlich sind, zu kaufen.