Gutes von Land und Meer

Muscheln (Mytilus edulis & Mytilus galloprovincialis)

Einem moos-ähnlichen Äußeren verdankt die Miesmuschel ihren Namen. Um im Meer nicht einfach weggespült zu werden, kleben sich die violett-blau schimmernden Muscheln mit selbst gesponnenen Fäden aneinander oder an Steine und Pfähle. Algen überwuchern dann diese Muschelbänke genannten Ansammlungen und lassen sie wie ein Moospolster aussehen – auf Mittelhochdeutsch „mies“.

Die Miesmuschel-Familie zählt zig Mitglieder. Zwei der am nächsten verwandten Arten sind die Gemeine Miesmuschel (Mytilus edulis) und die Mittelmeer-Miesmuschel (Mytilus galloprovincialis). Sie unterscheiden sich praktisch nur in der Form – das Gehäuse der Gemeinen Miesmuschel ist schmal und lang, das der Mittelmeer-Miesmuschel eher keilförmig. Im Geschmack sind beide Arten identisch: zugleich leicht süßlich und salzig wie das Meerwasser. Miesmuscheln ernähren sich von Algen und Mineralstoffen, die sie aus dem Wasser herausfiltern. Bei der Fortpflanzung schütten sie Millionen von Eiern aus. Die Larven halten sich im Plankton auf. Etwa 1 Prozent überlebt, der Rest wird zum Futter für Heringe, Blauwale, Delfine und andere Planktonfresser.

Die Gemeine Miesmuschel war ursprünglich wohl auf die Küstengewässer des östlichen Nordatlantiks, und zwar nördlich des Golfs von Biscaya, beschränkt. Heute ist sie viel weiter verbreitet und kommt bei uns überwiegend aus Nordsee, Ostsee und Mittelmeer auf den Tisch. Vor allem an der französischen Atlantikküste ist ihre Zucht an Pfählen seit Jahrhunderten Tradition. Im Jahr 2014 standen Wildfang und Aquakultur-Ernte weltweit etwa im Verhältnis 1:3,2 (57.733 bzw. 185.433 Tonnen; Quelle: FAO). Für den Miesmuschelfang werden bevorzugt Dredgen eingesetzt. Die aus einem starren Rahmen mit Metallkorb oder Netzbeutel bestehenden Geräte zieht der Muschelkutter hinter sich her und trennt so die Schalentiere von den Muschelbänken ab. Für den Einsatz im Wattenmeer sind Muscheldredgen derzeit umstritten, nicht jedoch in den Fjordgewässern Dänemarks, der Heimat der MSC™-zertifizierten Fontaine Muscheln.

Die Mittelmeer-Miesmuschel war ursprünglich dort sowie im Kaspischen Meer und an den Küsten der Iberischen Halbinsel beheimatet. Das heutige Verbreitungsgebiet reicht bis Chile und den Nordpazifik. Mittlerweile wird diese Miesmuschel vor allem in Aquakulturen gezüchtet. Die Ernte betrug 2014 knapp 120.000 Tonnen (Quelle: FAO). Für die Zucht werden bis zu 15 Meter lange Schnüre mit Jungmuscheln ins Wasser gelassen; diese wachsen dann etwa 2 Jahre heran. Die Bezugsquelle für Fontaine Bio-Miesmuscheln ist eine kontrolliert biologische Aquakultur in Galizien. Die Europäische Union hat die „Mexillón de Galicia“ 2007 als erstes Meeresprodukt mit einer geschützten Ursprungsbezeichnung versehen.