Gutes von Land und Meer

Sardine (Sardina pilchardus)

Unsere südeuropäischen Nachbarn lieben die etwa 20 Zentimeter langen Fische vor allem frisch vom Holzkohlegrill. Dabei werden Kopf und Schwanz erst nach dem Garen entfernt; die mürbe gewordenen Gräten isst man mit. Hierzulande sind in Öl eingelegte, kleinere Sardinen gefragter: die verzehrfertigen „Ölsardinen“, die heute längst nicht mehr nur aus der berühmten gleichnamigen Straße in Monterey, Kalifornien kommen.

Wie der nahe verwandte Hering ist die Europäische Sardine ein bedeutender Speisefisch. Als fettreicher Kaltwasserfisch liefert sie reichlich marine Omega-3-Fettsäuren. Nur ca. 100 Gramm decken bereits den Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen. Die Nahrung der silbern glänzenden Fischlein besteht aus Zooplankton, vor allem Fischeiern, Larven und kleinen Krebstieren. Sie halten sich bevorzugt im flachen, offenen Wasser nahe den Küsten des nordöstlichen Atlantik, der Nordsee, des Mittelmeers, des Marmarameers und des Schwarzen Meers auf. Im Tagesrhythmus wandern die Schwärme zwischen verschiedenen Wassertiefen, im Jahresrhythmus von Norden (Sommer) nach Süden (Winter) und wieder zurück. Mit etwa 13 Zentimetern Körperlänge und einem Alter von 2 Jahren erreichen sie ihre Geschlechtsreife. Die Laichzeiten sind je nach Lebensraum sehr unterschiedlich und erstrecken sich auf das ganze Jahr: In Portugal und dem Ärmelkanal findet die Fortpflanzung im Frühjahr, in der Nordsee im Sommer und im Mittelmeer überwiegend im Winter statt – ein großer Vorteil für die Fischereiwirtschaft.

Südlich von Gibraltar ist die Sardina pilchardus teilweise überfischt. Damit die Bestände sich dort wieder erholen – und in anderen Regionen konstant bleiben – können, ist eine nachhaltige Fischerei eklatant wichtig. Nach Aussage des WWF Austria ist „die Sardinenfischerei mit Ringwaden und pelagischen Schleppnetzen vergleichsweise selektiv und hat geringe Umweltauswirkungen. Da Sardinen große Schwärme bilden, gibt es meist wenig Beifang.“ Nicht nur mit dem blauen Siegel des Marine Stewardship Council (MSC™) ausgezeichnete Produkte sichern den Sardinenbestand. Auch die traditionellen Fischer sind am Erhalt einer intakten Meeresumwelt für spätere Generationen interessiert.