Gutes von Land und Meer

Wildlachs (Oncorhynchus gorbuscha)

Die sauberen, glasklaren und eiskalten Gewässer Alaskas sind die Geburtsstätten von fünf pazifischen Lachsarten (Oncorhynchus). Sie alle ziehen zunächst in den offenen Ozean – um nach einer mehrjährigen Wanderung zum Laichen zurückzukehren. Der Buckellachs (O. gorbuscha) verdankt seinen wenig charmanten Namen der extremen Deformierung, die bei den geschlechtsreifen männlichen Fischen zur Laichzeit einsetzt. Dank seiner sodann kräftigen Rosafärbung lautet seine internationale Bezeichnung Pink Salmon. Gefangen wird er jedoch vorher: wenn sein Rücken noch flach, sein Körper noch schlank, seine Haut noch leuchtend silbrig ist.

Der Alaska-Wildlachs* – für diesen Namen haben wir von Fontaine uns entschieden – ist mit etwa 60 Zentimetern Körperlänge und durchschnittlich 1,8 Kilogramm Gewicht der kleinste der Gattung Oncorhynchus. Während seiner Wanderung im Meer ernährt er sich vornehmlich von kleinen Fischen und Garnelen. Letztere sind verantwortlich für die rosa Farbe des Lachsfleisches. (In der kostenorientierten Lachszucht wird diese übrigens zumeist mit Farbstoffzugaben im Futter erzielt.) Setzt die Geschlechtsreife im Alter von zwei Jahren ein, beginnt die Laichwanderung in die heimatlichen Fließgewässer: zwischen Ende Juni und Mitte Oktober. Die Lachse stellen nun die Nahrungsaufnahme ein und bei den Männchen beginnt die körperliche Veränderung. Sie ist hormonell bedingt und wird durch das Süßwasser ausgelöst. Wenige Tage nach der Eiablage bzw. Besamung sterben die Rogner (♀) und Milchner (♂) und werden zu Biomasse, zu nährstoffreichem Futter für ihre im Winter schlüpfende Brut. Ein perfekter Kreislauf.

Die Fischerei mit Schleppangeln ist die schonendste, aber auch Umschließungs- und pelagische Schleppnetze verursachen praktisch keinen Beifang, da die Lachse in engen Verbunden schwimmen und sich nicht mit anderen Arten mischen. Nach Angaben des WWF sind in Alaska „die Buckellachsbestände in einem sehr guten Zustand“ (Stand: Februar 2018). Kein Wunder, denn in den MSC-zertifizierten Fischereien dürfen die Fangmengen nur so hoch sein, dass ein nachhaltiges Niveau gewährleistet ist. Dies erreicht die Regierung Alaskas mit zahlreichen Reglementierungen: Die Vergabe von Fanglizenzen ist stark eingegrenzt und es gibt Fangverbote, Höchstfangmengen, Vorschriften zu Fanggerät und Fangart sowie Geschlechter- und Größenbegrenzungen. So darf zum Beispiel der Lachsfang erst beginnen, wenn genügend laichbereite Fische die Flüsse erreicht haben. Die Fangsaison ist auf die Monate Mai bis September beschränkt.

Diese Bezeichnung verwenden beispielsweise MSC™ und WWF® für die Gesamtheit der pazifischen Lachse, die keine reinen Süßwasserfische sind (wie die Regenbogenforelle). Der wissenschaftliche Name für diese Gruppe lautet „Oncorhynchus spp.“; der Zusatz steht für semelpar, sich nur einmal im Leben fortpflanzend. Forellen sind – wie übrigens auch die atlantischen Lachse, Gattung Salmo – im Unterschied dazu iteropar.